Alpine einwöchige Gemeinschaftstour der Familiengruppe August 2015 ins Unterwallis auf die Cabane d´Orny

Super spannend und erlebnisreich für Jung und Alt – tiptop!

Und wieder einmal waren wir im sonnigen Wallis unterwegs, jedoch konnten wir nur zwei Neue für die Tour begeistern. Ausgerechnet diese beiden mussten wegen einer schweren Sportverletzung kurzfristig absagen. Keine Fahrt ohne Überraschung! Interessierte, traut Euch! Wir hoffen auf Euch im nächsten Jahr!

Nach 3,P1030425_15 Stunden Aufstieg erreichten wir mit schweren Rucksäcken und Blasen an den Füßen die Hütte (2831 m). Unser Lohn war ein toller Ausblick auf den Gletscher und ein unvergleichlich schöner Blick über die Wolken. Am Eingewöhnungstag frischten wir unsere Grundkenntnisse kurz auf. Der praktische Teil am Kletterfelsen hinter der Hütte machte gleich richtig Spaß. Klemmkeile aus ihrer Verankerung lösen war eine echte und neue Herausforderung. Einige machten sich noch auf den Weg zur Trienter Hütte (3172m). Das Wetter war super und der Ausblick dort grandios.

Richtig ernst wurde es am Tag 3. Mit unserem altbewährten Bergführer Fredy übten wir auf dem d´Orny Gletscher: Eisschrauben setzen, Ausgleichsverankerung mit Eisschrauben bauen und improvisieren auf dem Gletscher. Zitat von Freddy: „Aus Österreichischen Schweizer Steigeisen machen.“ Die saßen dann wie angegossen. Dann die praktische Anwendung des Erlernten. Abseilen in tiefe Gletscherspalte und gesichertes Eisklettern aus der Spalte. Für einige der älteren Generation, – na ja! Es lag wohl am einsetzenden Regen, daß den Jungen die Übung besser gelungen ist!? Statt der geplanten Spaltenbergung stiegen wir wegen des Starkregens über den Gletscher zur Trienter Hütte.

Dort hatten wir Spaß im Trockenraum bis die durchnässte Ausrüstung trocken war. Fredy brachte uns noch ein witziges Kartenspiel bei. Bis zum Umfallen spielten wir das auch die anderen Tage. Auf dem Rückweg durchweichten wir erneut.

Tagsdrauf, bei richtig schönem Bergwetter, bewältigten wir mit unserem „Lieblingsbergführer“ eine Mehrseillängentour am Aiguille d´Arpette. Mit Bergschuhen eine 3a-4a mit vielen Selbstsicherungen, Schlingen und Klemmkeilen. Super Sache! Der Flaschenzug bzw. die Spaltenbergung war die nächste Übung.

Bis zum Anschlag erprobten wie unsere soziale Kompetenz beim Programm am letzten Tag. Sieger war die wirklich schwierige Mehrseillängentour „Les trois surpiombs“. In drei Gruppen ging es über 6 Seillängen im Schwierigkeitsbereich 5a. Nach der wohlverdienten und ausgiebigen Pause zeigte Fredy uns einige nützliche Kleinigkeiten rund um das hochalpine Klettern. Gut gelaunt, doch leider ohne unseren „Schutzengel Freddy“, feierten wir den Abschlussabend.

Dann der Abstieg. Verregnet begrüßte uns der Morgen. Einer unserer Erwachsenen, ein wahrer Tüten- und Verpackungsfan, brauchte fürs Packen etwas länger…. Alle anderen packten nur einfach und auch regensicher. Eine Gruppe trendig tiptop ausgerüsteter Amerikaner waren sehr erfinderisch die fehlende Regenausrüstung zu ergänzen. Wir hatten unseren Spaß anzusehen, mit welchem Einfallsreichtum sie einfache Mülltüten als Regenschutz umfunktionierten. Trockene Kleidung erwartete uns in den Autos – eine wahre Wohltat für die Heimfahrt.

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Wir hoffen im nächsten Jahr auf viele Neue, interessierte „Junge, mit oder ohne ihre Alten“. Es ist uns als Gruppe gelungen, einen guten Interessenausgleich zu erreichen. Dank an unsere verständnisvollen Erwachsenen, die uns Jugendlichen beim Schwerpunktsetzen Alpines Klettern so entgegengekommen sind, unserem wirklich teamfähigen und motivierenden Fredy, und ganz besonders Gunda und unserer Sektion für die Unterstützung.

Jonathan Klinger